Sehr geehrte Damen und Herren!
Jede Frau zählt
Laut genug, um nicht im medialen Hall vorweihnachtlicher Hektik
unterzugehen, verkündeten die Gewerkschaften am 11. Dezember 2012 ihre
Forderung für die bevorstehende Tarifrunde 2013. 6,5 Prozent fordert die
Arbeitnehmerseite für die rund 2,3 Millionen Angestellten der Bundesländer.
Jetzt haben die Arbeitgeber Zeit, die Forderungen bei Gänsebraten und
Neujahrsfeuerwerk sacken zulassen – die erste Verhandlungsrunde ist für den
31. Januar 2013 festgesetzt.
Schon im Vorfeld attestierte der dbb Vorsitzende Klaus Dauderstädt den
Beteiligten „eine schwierige Auseinandersetzung“. Schließlich geht es nicht
nur darum, eine spürbare Einkommensverbesserung für die Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer durchzusetzen. Es ist auch erklärtes Ziel, die
Verhandlungsergebnisse eins zu eins auf die Beamten und Versorgungsempfänger
der Länder zu übertragen.
In den kommenden Verhandlungsrunden geht es aber auch um die Einkommen von
über 660 000 weiblichen Landestarifangestellten und – als logische
Konsequenz – um die Besoldung von beinahe ebenso vielen Landesbeamtinnen.
Es wird Zeit, die Tarifverhandlungen als Plattform für eine angemessene und
geschlechtergerechte Bezahlung wahrzunehmen. Denn noch immer entscheiden vor
allem Männer über den Hergang der Verhandlungen. Es sind fast ausschließlich
Männer, die an der Forderungsfindung beteiligt sind und damit sind es
überwiegend Männer, die meinen zu wissen, was für alle Beschäftigten – auch
für die weiblichen – das Beste ist. Fakt ist aber:
Frauen
stellen auch im Landesdienst die Mehrzahl der Beschäftigten.
Der öffentliche Dienst ist der wichtigste Arbeitgeber für Frauen. Jede
zusätzliche Frau, die für bessere Bezahlung öffentlich demonstriert,
entzerrt das Bild einer männlich domminierten Arbeitswelt. Und je mehr
Frauen sich aktiv am Arbeitskampf beteiligen, desto größer wird deren
Einfluss auf die Ausgestaltung der Arbeitsbedingungen im öffentlichen
Dienst.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre dbb Redaktion